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EU-Kommission »sehr besorgt« wegen Ungarn

Brüssel. Die EU-Kommission ist angeblich »sehr besorgt« über den Stopp des Erscheinens von Ungarns größter Oppositionszeitung. Es gebe »Fragen zu den Gründen« des vorübergehenden Nichterscheinens der Zeitung Népszabadság, sagte ein Kommissionssprecher am Montag in Brüssel. Die Situation in Ungarn werde aufmerksam beobachtet. Die Tageszeitung war am Samstag ohne Vorwarnung vorübergehend eingestellt worden. Sie hatte kritisch über den Ministerpräsidenten Viktor Orbán berichtet. Chefredakteur András Murányi sagte am Sonntag, das Blatt solle verkauft werden. Die Regierungspartei Fidesz sprach von einer »rationalen, wirtschaftlichen Entscheidung«, die nicht politisch motiviert sei. Oppositionsparteien sehen in dem Schritt hingegen einen Schlag gegen die Pressefreiheit. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.10.2016, Seite 15, Medien

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