Aus: Ausgabe vom 10.09.2016, Seite 10 / Feuilleton

Syrer in Berlin

Von Sigurd Schulze

Ein Kontrabassist aus Aleppo, Raed Jazbeh, hat syrische Orchestermusiker, die in Europa Zuflucht gefunden haben, zusammengebracht. 2015 gab das Syrian Expat Philharmonic Orchestra erste Konzerte in Bremen und Lüneburg. Beim Open-Air-Konzert vor der Berliner Philharmonie am 27. August bestand der 60köpfige Klangkörper zur Hälfte aus Frauen, alle studierte Musikerinnen, keine verschleiert. Sie waren mit drei Säuglingen und etlichen Kleinkinder angereist, deren Betreuung während der Proben und des Konzerts vom Trägerverein »KulturLeben Berlin« durch Spenden gesichert werden konnte.

Das Orchester von Auftritt zu Auftritt zusammenzuführen, ist künstlerisch, logistisch, aber auch ideologisch eine Herausforderung. Die Musiker vertreten politisch, weltanschaulich und religiös die unterschiedlichsten Standpunkte. Viele sind von der Sorge um ihre Verwandten zu Hause erfüllt, alle eint der Wille zu spielen.

Am Sonntag wird das Orchester im Konzerthaus Berlin unter der Leitung von Ghassan Alaboud zu hören sein. Moderne syrische Kompositionen werden an die Schönheit des kriegsverheerten Landes erinnern. »Die Besucher sollen die syrische Kultur kennenlernen«, sagt die Chefin von »KulturLeben Berlin«, Angela Meyenburg – »Beethoven kennen sie schon«. Man darf sich auch auf hervorragende, feurige Solisten freuen. Beginn: 18 Uhr. Karten unter 0 30/31 16 26 49.

Der richtige Begleiter für den Sommer im Marx-Jahr!

Unser Aktionsabo der gedruckten Ausgabe (62 Euro statt 115,20 Euro): Sechs Tage in der Woche, mit vielen Hintergründen und Analysen, mit thematischen Beilagen und am Wochenende acht Seiten extra. Das Abo endet nach drei Monaten automatisch. Als Zugabe gibt es das Buch »Marx to go« aus dem Verlag Neues Leben.

Mehr aus: Feuilleton