Zum Inhalt der Seite

Lob des Lernens

Als ich kürzlich etwas zu Erdal Rex Erdogan schrieb, dem Haremswärter des Türkentums, entfuhr mir auch dieser Zweizeiler:

Ein Attentat zur rechten Zeit

schenkt der Menschheit ihre Freiheit.

Kollege Kulturchef Meueler klingelte kurz durch und sagte: »Wir können hier nicht einfach so zu Mord und Totschlag aufrufen; nehmen wir das raus?« Ich willigte überzeugt ein und schob gar nicht erst vor, eine Tortenschlacht oder ein bisschen Erdogan-Bewurf mit Straßenschuhen gemeint zu haben. Ich meinte schon den Mann, der sein von ihm geschundenes Land in die EU-Mitgliedschaft hineinfoltern zu können glaubt und dem ganz egal ist, dass er damit allen vernünftigen Kräften auf lange Zeit Schaden zufügt. Den müssen die Insassen der Türkei schon selbst wegputzen, und demokratische Attentate gibt es nun einmal nicht, außer natürlich auf Hitler, aber der ist ja schon tot. Einfach kein Appeasement mit dem Türkentobi, kein Shakehands, keine Deals, und den Rest wäscht der Regen weg.

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 03.09.2016, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!