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16.06.2016
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Naziobjekte versteigern
In München werden am Samstag persönliche Gegenstände von Adolf Hitler und Hermann Göring versteigert. Das scheint in der früheren »Hauptstadt der Bewegung« der Nazis juristisch kein Problem zu sein. »Es gibt bislang keine Hinweise auf Straftaten«, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I am Mittwoch. Auch seien bisher keine Anzeigen wegen der Auktion eingegangen. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hatte eine rechtliche Prüfung der geplanten Versteigerung gefordert. Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister der byersichen Landeshauptstadt, appellierte an das Auktionshaus Hermann Historica, die Versteigerung abzusagen »und sich der Verantwortung, die eine Versteigerung derartiger Devotionalien mit sich bringt, bewusst zu werden«. Bei den Gegenständen handelt es sich unter anderem um Röntgenaufnahmen Hitlers und Untersuchungsberichte zum Attentat auf ihn im Juli 1944. Nach Angaben des bayerischen Justizministeriums ist zwar das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen strafbar, nicht aber allgemein von NS-Devotionalien. (dpa/jW)
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