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Aus: Ausgabe vom 04.06.2016, Seite 10 / Feuilleton

A propos DHM

Der Präsident des Deutschen Historischen Museums (DHM) Berlin, Alexander Koch, ist seinen Posten los. »Unterschiedliche Auffassungen zur Weiterentwicklung und Führung des Museums« seien für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen, teilte Günter Winands, Amtsleiter der Bundeskulturministerin und Kuratoriumsvorsitzender der DHM-Stiftung, am Donnerstag mit. Verschiedene Medien hatten eine Ablösung des seit 2011 amtierenden Historikers schon Mitte Mai angekündigt. Unter anderem war den Ausstellungen des Hauses mangelnde Attraktivität vorgeworfen worden. Auf die aktuelle Sonderschau »Angezettelt« (Besprechung auf dieser Seite) trifft das wohl kaum zu. Recht attraktiv erscheint auch eine Podiumsdiskussion, die das Geschichtsmuseum der Bundesrepublik für den 20. Juni anberaumt hat. Die Historiker Axel Schildt und Peter Steinbach werden sich an diesem historischen Datum austauschen »über die Kontinuität eines antirussisch aufgeladenen Antikommunismus in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik und (die) anhaltende Leugnung, dass Deutschland einen rassistischen Vernichtungskrieg zur Eroberung von ›Lebensraum‹ geführt hat«. Interimsmäßig wird nun Kochs bisherige Stellvertreterin Ulrike Kretzschmar das Haus leiten. Einen Nachfolger will Ministerialdirektor Winand durch eine Kommission finden lassen. (dpa/jW)

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