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Aus: Ausgabe vom 21.05.2016, Seite 11 / Feuilleton

Flachwurzler

Von Wiglaf Droste

Gartenarbeit kenne und kann ich ganz gut von früher aus Kindheit und Jugend, bis die ewige häusliche Familienpflichterei mich nervte und mir nur noch zum Hals heraushing; erst Jahre später gärtnerte ich dann wieder gern auf Balkonen herum, Blumen und Kräuter pflanzend und versorgend, aber ein richtiger Garten ist etwas anderes, der bedeutet Auge, Herz und Hand in einem, also auch richtig wullacken und ackern.

Nichts dagegen, nur fiel mir beim Bearbeiten der Erde mit dem Spaten auf, wie überaus lästig doch Flachwurzler sind: Gleich unter der Oberfläche sitzt ein undurchdringliches Geflecht, das jeden hindert, tiefer zu graben. Ist das der »Missing link«, das Bindeglied, die Schnittmenge und die Parallele zwischen Pflanze und Mensch? Genau: Der Flachwurzler als solcher ist es, auch »der gemeine Anödling« genannt, und in jeder seiner Erscheinungsformen geht er einem auf den Sack.

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