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Roter Marmor

Der Name des Berliner U-Bahnhofs Mohrenstraße bleibt ein Ärgernis. Immerhin ist das Gerücht ausgeräumt, der blutrote Marmor an seinen Wänden und Säulen stamme aus Hitlers Reichskanzlei. Obwohl es vom Historiker Ernst Mittig schon 2005 mit einem Zitat aus dem ND vom 19.8.1950 ausgeräumt worden war, hielt es sich hartnäckig in den Reiseführern. Nun hat der U-Bahn-Historiker Axel Mauruszat im Archiv der Berliner Verkehrsbetriebe eine Aktennotiz vom Juli 1950 gefunden, nach der die roten Platten beim VEB Marmorwerk Saalburg in Thüringen bestellt worden waren, wie die Berliner Zeitung berichtete. In Saalburg wurde in jenem Sommer gerade roter Marmor für ein Planetarium in Stalingrad geschnitten. Wiedereröffnet wurde die U-Bahn-Station 1950 am 6. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns im KZ Buchenwald. Unter dem Namen Thälmannplatz. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 06.04.2016, Seite 11, Feuilleton

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