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Nicht berufen

In Berlin gibt es Ärger um den israelischen Dokumentarfilm »Even though my land is burning«. Darin begleitet Regisseur Dror Dayan einen jungen israelisch-jüdischen Friedensaktivisten bei seinen gemeinsamen Aktionen mit Palästinensern. Es gehe um die »innere Zerrissenheit der israelischen Linken«, erklärte das Kino Moviemento, wo der Film Freitag abend (nach jW-Redaktionsschluss) gezeigt werden sollte. Gegen die Vorstellung mit anschließender Diskussion mit dem Filmemacher hatten Gruppen aus dem antideutschen Spektrum eine Demonstration angemeldet. In einer Pressemitteilung erklärte das Movimento: »Das Problem der meisten Aktivisten war hauptsächlich, dass der Regisseur seine Premiere zusammen mit radikal israelkritischen politischen Gruppen angekündigt hatte. Mit diesen Gruppen ist das Kino politisch nicht einer Meinung. Es fühlt sich aber nicht berufen, einem israelischen Juden vorzuschreiben, was er über sein Land äußern darf, was nicht und in welchen Kontext er die Premiere seines Films stellen möchte. Er muss dabei keine Rücksicht auf deutsche Befindlichkeiten nehmen. Deutsche Befindlichkeiten gehören in den innerdeutschen Diskurs.« (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.03.2016, Seite 11, Feuilleton

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