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Zur Person: Bernard Sanders

Der 1941 geborene Bernard »Bernie« Sanders organisierte sich als Student der Politikwissenschaften in der Socialist Party of America und im Student Nonviolent Coordinating Committee, engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung und gegen den Vietnamkrieg. Nach dem Studium arbeitete er als Zimmermann, Dokumentarfilmer und freier Autor und bewarb sich als Unabhängiger erfolglos um politische Ämter seines Bundesstaats. 1981 gewann er knapp die Wahl zum Bürgermeister seines Wohnorts Burlington und entwickelte in seiner achtjährigen Amstzeit eine an niedrigen Einkommen orientierte Sozialpolitik.

1990 besiegte Sanders seinen republikanischen Gegenkandidaten für Vermonts einzigen Sitz im US-Repräsentantenhaus. Damit war er nach 40 Jahren der erste unabhängige Abgeordnete dort und wurde sechsmal wiedergewählt. 2006 kandidierte er für den Senat und setzte sich gegen den Republikaner Richard Tarrant durch, 2012 wurde er mit 71 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Im Kongress stimmte er gegen den Golfkrieg von 1991, lehnte Präsident William Clintons Nordamerikanisches Freihandelsabkommen NAFTA ab, kämpfte gegen die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare und gegen hohe Medikamentenkosten für Brustkrebspatientinnen und Senio­ren. Er vereitelte den Plan des IBM-Konzerns, die Betriebsrenten von 130.000 Mitarbeitern um 50 Prozent zu kürzen, und prangerte als unabhängiger »demokratischer Sozialist« die Allmacht des Wall-Street-Kapitalismus an.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 lehnte Sanders den »USA PATRIOT Act« wegen der Einschränkung der Bürgerrechte ab und votierte gegen den Irak-Krieg. Im Mai 2015 gab er seine Kandidatur für das Präsidentenamt bekannt und trat im November der Fraktion der Demokraten bei. (jh)

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.02.2016, Seite 3, Schwerpunkt

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