Gegründet 1947 Freitag, 29. Mai 2020, Nr. 124
Die junge Welt wird von 2295 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 23.01.2016, Seite 15 / Geschichte

Anno … 4. Woche

1901, 26. Januar: Papst Leo XIII. veröffentlicht die antikommunistische Enzyklika »Graves de communi re«. Darin grenzt er das Konzept einer christlichen Demokratie vom Sozialismus ab und verwirft die Bezeichnung »christlicher Sozialismus«.

1906, 25. Januar: Nach einjähriger Bauzeit läuft das erste deutsche Unterseeboot »U1« vom Stapel. Das Zweischalenboot wurde im Zuge der deutschen Flottenaufrüstung vom Marineingenieur Gustav Berlinger konstruiert. Bei einer Besatzung von zehn Mann kann es bis zu zwölf Stunden tauchen und erreicht eine Tiefe von 30 Metern.

1921, 24. Januar: Die alliierten Siegermächte des Ersten Weltkriegs treffen in Paris zusammen, um Höhe und Zahlungsmodalitäten der deutschen Reparationen festzulegen. Die »Pariser Konferenz« verpflichtet Deutschland zur Zahlung von 226 Milliarden Goldmark in 43 Jahresraten.

1951, 28. Januar: In Essen findet der »Westdeutsche Kongress gegen Remilitarisierung und Wiederaufrüstung« statt, an dem 1.700 Delegierte teilnehmen. Aus Furcht vor polizeilicher Repression tagen die versammelten Vertreter örtlicher Friedenskomitees konspirativ. Sie fordern eine Volksabstimmung über die Wiederaufrüstung und verabschieden ein »Manifest gegen die Remilitarisierung Deutschlands«. Darin heißt es: »Ein dritter Weltkrieg wird verhindert und der Frieden gerettet werden, wenn das deutsche Volk von seinem demokratischen Recht Gebrauch macht, über sein Schicksal (…) selbst zu entscheiden, und seinen Willen zur Ablehnung der Remilitarisierung durch eine Volksbefragung zum Ausdruck bringt.«

1956, 27./28. Januar: Auf einer Tagung des Politischen Beratenden Ausschusses der Staaten der Warschauer Vertragsorganisation in Prag wird die Aufnahme der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR beschlossen.

1991, 29. Januar: Der frühere Vorsitzende des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) der Deutschen Demokratischen Republik, Harry Tisch, muss vor Gericht. Die BRD-Justiz wirft ihm die Veruntreuung von Gewerkschaftsgeldern vor, er wird zu einer 18monatigen Haftstrafe verurteilt. Es ist der erste Prozess gegen einen Vertreter der DDR-Staatsführung im »wiedervereinigten Deutschland«.

Mehr aus: Geschichte