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Avramidis gestorben

Der griechisch-österreichische Bildhauer Joannis Avramidis ist tot. Er galt als einer der bedeutendsten Künstler der modernen Plastik. Der Schöpfer großer Skulpturen, die Abstraktionen des menschlichen Körpers darstellen, starb in der Nacht zum Samstag im Alter von 93 Jahren in Wien. Das teilte Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder im Auftrag von Avramidis’ Tochter mit. Schröder bezeichnete die »in jeder Hinsicht – formal wie moralisch – strenge Auffassung von Kunst«, die Avramidis vertreten habe, als einen »Fixstern in der Zeit der sonst oft so unübersichtlichen Beliebigkeit von Kunst«. Denn seine Skulpturen »atmen ein Pathos, das dem Menschen jene Würde verleiht, die ihm das reale Leben so oft nimmt«.

Der am Schwarzen Meer in Batumi in der damaligen Sowjetrepublik Georgien geborene Bildhauer war 1939 mit seiner Familie nach Griechenland ausgewandert. Er wurde 1943 von den Nazis als Zwangsarbeiter nach Wien verschleppt. An der dortigen Akademie der bildenden Künste studierte er nach dem Krieg zuerst Malerei und dann Bildhauerei. Bekannt wurde er Ende der 50er Jahre. 1962 vertrat er Österreich bei der Biennale in Venedig. 1973 erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis für Bildende Kunst. Avramidis lehrte bis zu seiner Emeritierung 1992 an der Akademie. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.01.2016, Seite 11, Feuilleton

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