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Ach, Achim

Der Musiker Achim Mentzel ist tot. Er starb am Montag, kurz vor seinem 70. Geburtstag, in Cottbus. Ausgestattet mit einer gewissen Gesichtstragik, die er offensiv für die Fernsehkameras zu nutzen verstand, machte er fast jeden Mist der Kulturindustrie mit. Ursprünglich Rolling-Stones-Anhänger, spielte er mit Nina Hagen, bevor sie die DDR verließ, und danach hauptsächlich Schlager (»Gottseidank ist sie schlank«). Von 1989 bis 2006 moderierte er »Achims Hitparade«, jeden ersten Dienstag im Monat im MDR-Fernsehen, worüber sich Oliver Kalkofe gerne lustig machte. Ist doch alles nur ein Spiel: 2011 gingen Kalkofe und Mentzel dann auf die Große-Gernseh-Tour in der Ex-DDR. Aus den Nachrufen: »Er galt als Inbegriff für gute Laune nicht nur im Osten« (dpa), »Achim Mentzel war Kult. Als vielseitiger Künstler war er sehr beliebt« (Brandenburgs SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke), »Alter Freund, ich vermisse dich!« (Oliver Kalkofe). Und alle singen mit Reinald Grebe: »Im Adlon is’ Brad Pitt und der Washington Denzel. Im Autohaus in Schwedt is’ heut Achim ­Mentzel. Oh Brandenburg. Berlin. Halleluja Berlin.«(jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 06.01.2016, Seite 11, Feuilleton

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