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Rassismus von heute

Der afrikanische Historiker Achille Mbembe hat für sein Buch »Kritik der schwarzen Vernunft« den Geschwister-Scholl-Preis entgegengenommen. Er habe »nicht weniger vorgelegt als eine Neuvermessung der Geschichte des Kapitalismus«, urteilte die Jury. In seiner Dankesrede kritisierte Mbembe am Montag abend bestimmte Bestrebungen, der Flüchtlingskrise Herr zu werden. »Heute entstehen neue Formen von Rassismus, die ohne den Rückgriff auf biologische Gegebenheiten Legitimierung finden. Dem Rassismus von heute genügt beispielsweise die Forderung, die Grenzen zu schließen, Jagd auf Ausländer zu machen oder Flüchtlinge in ihre Heimat zurückzuschicken.« Mbembes Buch schärft nach Einschätzung der Jury »den Blick auf eine globalisierte Weltgesellschaft, die nicht nur Waren und Kapital verschiebt, sondern auch Menschen«. Der nach den ermordeten Antifaschisten Hans und Sophie Scholl benannte Preis wird im Rahmen des Literaturfests München vergeben. Im vergangenen Jahr ging er an den Snowden-Vertrauten Glenn Greenwald. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.12.2015, Seite 11, Feuilleton

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