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Aus: Ausgabe vom 26.11.2015, Seite 10 / Feuilleton

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Die Chefin der Stuttgarter Staatsgalerie, Christiane Lange, hat unterstrichen, dass öffentliche Gelder zur Förderung von Museen in »Flaggschiffe« gesteckt werden sollten und nicht in die Einrichtung immer neuer Häuser. »Es ist wichtiger, dass zum Beispiel die Dresdner Museen adäquat renoviert werden und deren Schätze restauriert werden, als jedes hübsche Schlösschen im Umland proper herauszuputzen«, sagte Lange, die heute und morgen zu einem Symposium über »Grenzen des Wachstums« in der Branche geladen hat. »Wenn wir es so weiterlaufen lassen, dann werden wir in den nächsten 20 Jahren in Deutschland weitere 2.000 Museen und Ausstellungshäuser on Top bekommen«, meinte sie. Diese Entwicklung würde das Niveau der großen Häuser sinken lassen. Museen sollten sich nicht gegenseitig die Daseinsberechtigung absprechen, hielt der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, dagegen. »Kulturschaffende sollten der Politik nicht auch noch eine Vorlage liefern.« Er kenne keinen Kollegen, der Langes Einwände stütze. (dpa/jW)

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