Zum Inhalt der Seite

Netanjahu vergleicht EU-Parlament mit Nazis

Jerusalem. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Aufruf des EU-Parlaments zur Kennzeichnung von Waren aus von Israel besetzten Palästinensergebieten mit dem Boykott jüdischer Waren in Hitlerdeutschland verglichen. »Wir erinnern uns an die Geschichte, und wir erinnern uns daran, was passiert ist, als in Europa Produkte von Juden gekennzeichnet wurden«, erklärte Netanjahu am Donnerstag. Die Aufforderung des Europaparlaments sei »ungerecht«.

Das EU-Parlament hatte zuvor eine Stellungnahme zum Nahost-Friedensprozess verabschiedet. Darin wird von der EU-Kommission verlangt, auf die Kennzeichnung von Waren aus völkerrechtswidrig errichteten israelischen Siedlungen in palästinensischen und den annektierten Gebieten hinzuwirken. (AFP/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 12.09.2015, Seite 6, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!