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Herrschende Sammler

Das geplante Kulturschutzgesetz sorgt weiter für Streit. Die herrschende Klasse, die auch gern in Kunst investiert, ist nicht amüsiert. Sollte der Entwurf von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) Wirklichkeit werden, droht nun der Milliardär und Mäzen Hasso Plattner mit Konsequenzen. Dann bleibe seine Kunstsammlung in den USA im kalifornischen Palo Alto, sagte der 71jährige den Potsdamer Neuesten Nachrichten. Sie sollte eigentlich nach seinem Tod in Potsdam im Museum Barberini dauerhaft ihren Platz finden und umfasst bedeutende Werke des Impressionismus und der Klassischen Moderne, von Munch, Monet, Renoir und Nolde. Der Mitbegründer des Softwareunternehmens SAP betonte, Museen und Sammler bräuchten die Flexibilität, auch mal ein Werk zu verkaufen, was durch Grütters Gesetzentwurf erschwert werde, der eine Ausfuhrgenehmigung in den europäischen Binnenmarkt vorsieht, wenn ein Kunstwerk einen bestimmten Wert und ein bestimmtes Alter überschreitet und somit als »nationales Kulturgut« eingestuft werden kann. Seine Sammlung von DDR-Kunst will Plattner übrigens auf jeden Fall in Potsdam ausstellen. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 04.08.2015, Seite 11, Feuilleton

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