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Politik will nicht bei K+S intervenieren

Berlin. Die Bundesregierung plant einem Bericht zufolge keine Abwehrmaßnahmen gegen den kanadischen Kalikonzern Potash zur Unterstützung des hessischen Salz- und Kaliförderers K+S. Es werde kein Einstieg in das Kasseler Dax-Unternehmen vorbereitet, um die Übernahme durch den Rivalen zu verhindern, berichtete Die Welt (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf »informierte Kreise«. Die Regierung wollte den Bericht nicht kommentieren. Am Mittwoch hatte das Bundeswirtschaftsministerium dem Handelsblatt Gespräche mit K+S bestätigt. Auch ein Einstieg der staatlichen KfW-Bank sei im Gespräch gewesen, schrieb das Blatt. Politiker äußerten sich aber skeptisch. K+S hatte Anfang Juli Übernahmegespräche mit den Kanadiern abgelehnt, weil die Potash-Offerte mit 41 Euro pro Aktie als zu niedrig erachtet wurde. Auch fehlten Zusagen zum Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen. Derzeit befragt der Kasseler Konzern seine Aktionäre zu den Potash-Übernahmepläne. »Erste Ergebnisse haben wir nicht vor nächster Woche«, sagte ein K+S-Sprecher am Donnerstag.

Unter hessischen Landtagsabgeordneten gibt es den Verdacht, dass die Kanadier vor allem die Kapazitäten von K+S aus dem Markt nehmen wollen. Arbeitsplatzverluste werden befürchtet. K+S hat mehr als 14.000 Mitarbeiter und ist der Konzern im Grenzgebiet von Hessen, Thüringen und Niedersachsen mit den meisten Beschäftigten. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.07.2015, Seite 9, Kapital & Arbeit

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