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Zu viel Vorsorge bei Schwangeren

Gütersloh. Praktisch alle Schwangeren, nämlich 99 Prozent, erhalten in Deutschland einer Studie zufolge mehr Untersuchungen als in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehen. Ob es sich um Risikoschwangerschaften handele oder nicht, spiele keine Rolle, berichtete die Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh am Montag unter Berufung auf eine Befragung von fast 1.300 Frauen, die im vergangenen Jahr ein Baby zur Welt gebracht haben. Da es sich bei den zusätzlichen Leistungen nicht um Routineuntersuchungen handelt, mussten der Studie zufolge 80 Prozent der Frauen dafür privat bezahlen.

Zu den bei fast allen Frauen durchgeführten zusätzlichen Leistungen zählte etwa ein CTG, bei dem Herztöne des Kindes und Wehen der Mutter gemessen werden. Über die Hälfte hatte mehr als die drei standardmäßig vorgesehenen Ultraschalluntersuchungen erhalten. Studienleiterin Rainhild Schäfers von der Bochumer Hochschule für Gesundheit sprach von einem Überangebot, das die Angst der Frauen vor der Geburt schüren und den Wunsch nach einer vermeintlich sicheren Kaiserschnittentbindung erhöhen könne. (AFP/dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.07.2015, Seite 15, Feminismus

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