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Ambivalent

Die Gewerkschaften haben zu Arbeitsmigration traditionell ein widersprüchliches Verhältnis. Ludger Pries und Kyoko Shinozaki von der Ruhr-Universität Bochum untersuchen in einem Beitrag für die WSI-Mitteilungen, ob sich in dieser Hinsicht zuletzt etwas getan hat. Ein Beleg dafür könnten zwei Neuerungen sein: die ab 2008 in einigen Städten mit gewerkschaftlicher Unterstützung gebildeten Anlaufstellen für Eingewanderte ohne Papiere (»MigrAr«) und das 2011 vom DGB-Bundesvorstand ins Leben gerufene Projekt »Faire Mobilität«. Die Autoren sehen beides zwar als Fortschritt, betonen zugleich aber, dass ein Widerspruch zwischen dem Bekenntnis zu internationaler Solidarität und gesellschaftspolitischer Wirklichkeit bestehenbleibt: »Einerseits sind ›Faire Mobilität‹ und ›MigrAr‹ ein Beweis dafür, dass die Verbesserung der Situation von hierzulande arbeitenden Eingewanderten und die Durchsetzung ihrer Rechte auf der politischen Agenda der Gewerkschaften stehen. Andererseits wird jedoch die konkrete Interessenvertretung für Eingewanderte in Form von Projekten außerhalb der gewerkschaftlichen Kernstruktur realisiert.« Angesichts der großen und zunehmenden Bedeutung des Themas empfehlen die Wissenschaftler unter anderem »eine systematischere Kooperation der Gewerkschaften mit Selbstorganisationen von Eingewanderten« sowie »die flächendeckende Einrichtung lokaler gewerkschaftlicher Verantwortlicher für Arbeitsmigrantinnen und -migranten«. (dab)

WSI-Mitteilungen 5/2015, Jahresabo: 92,40 Euro. www.wsi-mitteilungen.de

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.07.2015, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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