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Grup Yorum spielt weiter

 

Grup Yorum, die bekannteste linke Band der Türkei, konnte endlich die Konzerte zum 30jährigen Jubiläum durchführen. Im April hatte es noch heftige Unruhen in Istanbul gegeben, als ein Konzert im Stadtteil Bakirköy verboten worden war.

Zwar konnten auch diesmal die geplanten Stadionkonzerte nicht stattfinden, da diese von Gemeinden verwehrt wurden, in denen die AKP dominiert. Doch es gab Open-Air-Konzerte mit freiem Eintritt in Adana, Izmir, Istanbul und auch in Ankara, nach zum Teil erheblichen juristischen Auseinandersetzungen im Vorfeld.

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Als erstes fand am 13. Juni das Konzert in Adana wie geplant statt. Vor 70.000 Zuschauern stellte die Band ihr brandneues Album »Dünden yarina ustalarimiz« vor, das sie Ruhi Su gewidmet haben, einem berühmten Volksmusiker, der in Adana aufgewachsen ist. Auch bei dem Konzert in Izmir am 20. Juni gab es keinerlei Probleme, da in dieser Stadt die AKP nichts zu melden hat. Es kamen rund 500.000 Menschen zum historischen Gündogdu-Platz, wo Grup Yorum von einem 45köpfigen Orchester und einer Tanzgruppe mit 25 Tänzern begleitet wurde. Noch nie zuvor hat es in Izmir ein Konzert in so einer Größenordnung gegeben.

Anschließend war es nur eine Frage der Zeit, bis die AKP versuchen würde, das für den 28. Juni geplante Konzert in Istanbul zu verhindern. Und so kam es auch, allerdings wurde das Verbot nach einem Einspruch der Anwälte von Grup Yorum beim Verwaltungsgericht aufgehoben. Das mag auch damit zusammenhängen, dass Joan Baez, die für ein paar Konzerte in Istanbul weilte, von dem Verbot gehört hatte und ankündigte, auf dem Konzert auftreten zu wollen. Das tat sie dann auch. Sie erklärte: »Verbote von Konzerten zeigen nur die Hilflosigkeit von Regierungen. Ich habe auch schon vor 20 Jahren meine Unterschrift für Yorum gegeben, da lief gerade ein Verfahren gegen sie.« Am vergangenen Sonntag war Grup Yorum schließlich in Ankara, vor hunderttausend begeisterten Fans. Die nächste Station ist in Kurdistan, am 12. Juli soll es nach Dersim gehen.

Sükriye Akar

 

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.07.2015, Seite 11, Feuilleton

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