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Harry Rowohlt gestorben

Foto: Arno Burgi/dpa

Der Schriftsteller und Übersetzer Harry Rowohlt ist tot. Er starb am Montag abend nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren in Hamburg. Er war der Sohn des Verlegers Ernst Rowohlt und der Schauspielerin Maria Pierenkämper. Er lehnte es ab, in den Verlag einzusteigen und wurde statt dessen einer der berühmtesten Übersetzer aus dem Englischen. Bekannt wurde er 1971 mit »Die grüne Wolke« von A.S. Neill, das als unübersetzbar galt und dann als erstes Kinderbuch den Sprung in die Spiegel-Bestsellerliste schaffte. Rowohlt übersetzte unter anderem Flann O’Brien, Frank McCourt, Kurt Vonnegut, Roger Boylan und veröffentlichte in der Zeit die Kolumne »Pooh’s Corner«, in der er, der A. A. Milnes »Winnie-the-Pooh« laut Süddeutsche Zeitung eine »völlig neue literarische Gestalt« gegeben hatte, den Kulturbetrieb aus der Sicht »eines Bären von geringem Verstand« kommentierte. Harry Rowohlt war ein genialer Vorleser und politisch auf der Seite der Kommunisten. Ein Nachruf folgt. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.06.2015, Seite 10, Feuilleton

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