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Aus: Ausgabe vom 04.05.2015, Seite 16 / Sport

Boxen: Jahrhundertkampf enttäuscht

Las Vegas. Floyd Mayweather junior hat den Angriff von Manny Pacquiao im Rekordboxkampf erfolgreich abgewehrt und bleibt auch in seinem 48. Profiduell ungeschlagen. Der 38 Jahre alte Amerikaner gewann am Samstag (Ortszeit) in Las Vegas den höchstdotierten Kampf der Geschichte gegen den philippinischen Volkshelden klar nach Punkten. Die Richter werteten das Aufeinandertreffen mit 118:110, 116:112 und 116:112 für Mayweather.

Mayweather behält seinen WBC- und WBA-Superchampiontitel im Weltergewicht und bekommt den WBO-Gürtel des zwei Jahre jüngeren Pacquiao. Die Einnahmen des Kampfes betrugen bis zu 400 Millionen Dollar (357 Millionen Euro). Mayweather erhält 140 bis 180 Millionen US-Dollar erhalten, Pacquiao bekommt 100 bis 120 Millionen Dollar.

Der Fight begann mit reichlich Verspätung. Vor den Augen der zahlreichen Prominenten von Steffi Graf und Andre Agassi in Reihe zwei über Basketball-Legende Michael Jordan bis zu den Schauspielern Mark Wahlberg und Clint Eastwood begann Pacquiao überraschend zurückhaltend. Unter lauten »Manny, Manny«-Rufen der Zuschauer wurde »Pac Man« erst nach dem ersten Abtasten aktiver, setzte Mayweather mit einem Trommelfeuer an Faustschlägen unter Druck.

In Runde vier drängte Pacquiao seinen Kontrahenten an die Seile, landete einen klaren Treffer zum Kopf. Mayweather reagierte gereizt, übernahm wieder die Kontrolle. Aufreizend lässig lächelte er die Attacken seines flinkeren, aber auch viel ungenauer schlagenden Gegners weg. Insgesamt zeigte Mayweather die klareren Aktionen, lag auf den Zetteln der Punktrichter deutlich vorne.

Das als Kampf des Jahrhunderts titulierte Duell enttäuschte aus Sicht von Experten und Fans. »Ich habe einen besseren Kampf erwartet, aber beide waren zu vorsichtig«, analysierte Supermittelgewichtschampion Arthur Abraham bei Sky. (jW/dpa)