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FR macht angeblich wieder Gewinn

Frankfurt am Main. Die Frankfurter Rundschau (FR) schreibt nach Angaben ihrer Chefredaktion wieder schwarze Zahlen. »Seit der Insolvenz vor zweieinhalb Jahren sind wir grundsaniert«, sagte Chefredakteurin Bascha Mika dem Medienmagazin journalist. »Es gibt zwar kein Fett auf den Rippen, aber wir machen sogar wieder Gewinn.« Weitere Kürzungen werde es nicht geben.

Nach den Worten von Chefredakteur Arnd Festerling war der Übergang ein empfindlicher Prozess, der ihm das Image eines harten Sanierers eingebrockt habe. »Natürlich erfordert die Zahl von knapp 100 Leuten von jedem Einzelnen einen höheren Einsatz, als dies mit 160 und zuvor ja noch wesentlich mehr Kollegen der Fall war.« Mika und Festerling stehen seit einem Jahr gemeinsam an der Spitze der Redaktion.

Nach jahrelanger Krise hatte die FR 2012 aufgrund hoher Verluste Insolvenz angemeldet. Sie wurde von der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH und der Frankfurter Societät GmbH übernommen. Nach der Insolvenz seien viele Leser abgesprungen, inzwischen liege die Auflage stabil bei rund 75.000 Exemplaren, sagte Festerling dem journalist. Aber die Anzeigenkrise sei nicht wegzureden: »Unterm Strich fürchte ich, dass Anzeigenerlöse weiter zurückgehen und wir uns daran gewöhnen müssen, weitgehend ohne sie auszukommen.«

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Die FR wurde 1945 gegründet, einer der Lizenznehmer war der Kommunist Emil Carlebach. Er wurde bereits zwei Jahre darauf von der US-Besatzungsmacht aus dem Amt entfernt.

 

(dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.04.2015, Seite 15, Medien

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