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Ausfransende Theaterzeit

Der langjährige Intendant der Berliner Volksbühne, Frank Castorf, soll sein Amt abgeben. Gegenüber der Zeit sagte der 63jährige Theaterdirektor, es gebe »ein großes Interesse in Berlin daran, dass ich aufhöre«. Sein Vertrag endet 2016. Verhandelt wird über die Modalitäten seines Ausscheidens.: »Wir haben jetzt eine kleine Verlängerung, aber keine, die ausreichen würde, die Volksbühne neu zu strukturieren«, erklärte Castorf, dessen Inszenierung von Bertolt Brechts »Baal« in München kürzlichz von den Erben des kommunistischen Dichters wegen einer nicht werkgetreuen Bearbeitung gestoppt wurde. Castorf ist seit 1992 Intendant an der Volksbühne und muss nun, wie er sagte, auf Wunsch der Berliner Kulturverwaltung gehen. Der warf er »Nichtprofessionalität« und »Unkenntnis« dessen vor, was Theater ist. Ergänzend meinte er noch: »Von meiner Seite hätte ich, da ich nie ein Ende finden kann, auch an der Volksbühne keins gefunden.« Der lange Abschied entspricht einer »Castorf-Grundidee« von Theater, die in dieser Zeitung einmal soumrissen wurde: »erbarmungslos eine unbedingt zähe, ausfransende Theaterzeit herstellen«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.03.2015, Seite 11, Feuilleton

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