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NSU: Zweifel im Fall Kiesewetter

Stuttgart. Der Journalist Stefan Aust hat dem NSU-Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtags geraten, den Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter nochmals genau zu betrachten. Es gebe Zeugenaussagen, wonach es mehr als zwei Täter gegeben haben könnte, sagte er am Montag vor dem Landtagsgremium. Damit stellte auch er die bisherige Auffassung der Bundesanwaltschaft in Frage. Den Ermittlungen zufolge sollen die Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Polizistin Kiesewetter 2007 in Heilbronn ermordet haben. »Ich bin nicht wirklich davon überzeugt, dass das allein die Täter gewesen sind«, sagte Aust. Der frühere Spiegel-Chefredakteur ist Mitautor des Buches »Heimatschutz« über die Mordserie, die 2011 dem »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) zugeordnet werden konnte. Aust wies den Ausschuss ausdrücklich auf Anhaltspunkte für Verbindungen der rechten Szene zur organisierten Kriminalität hin. (dpa/jW)

 

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.02.2015, Seite 15, Antifaschismus

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