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Liberalisierung in Teheran

 

Die iranische Regierung wird von konservativen Medien kritisiert, weil sie die Übersetzung des Comicromans »Blau ist eine warme Farbe« von Julie Maroh zugelassen hat. »Wie kann das Kultusministerium die Übersetzung dieses Buches erlauben?« hieß es in einem Leitartikel des Webportals Salehin. Ein Roman, der Werbung für Homosexualität mache, sei gegen alle Werte der iranischen Gesellschaft. In der Graphic Novel geht es um die Beziehung zweier Frauen. Die Verfilmung von Abdellatif Kechiche gewann 2013 in Cannes die Goldene Palme. Auch das Webportal Chamrannews kritisierte Kultusminister Ali Dschannati für die Erlaubnis der Übersetzung des französischen Comicromans ins Persische durch Sohejla Dschodejri. Der liberale Minister Dschannati sieht sich schon länger Anfeindungen von Hardlinern ausgesetzt. (dpa/jW)

 

 

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.02.2015, Seite 10, Feuilleton

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