Zum Inhalt der Seite

Marktradikale Meinungsmache

Zu jW vom 8./9. November: »Lokführerstreik früher zu Ende«

Auf der ersten Seite der jW bringt Ihr die Meldung »Lokführerstreik früher zu Ende«. Darin heißt es: »Die GDL [...] will neben den Lokführern vor allem auch das übrige [!] Zugpersonal in Verhandlungen vertreten [...].« Diesen Unsinn habe ich heute schon mal in derselben dpa-Meldung in meiner Lokalzeitung gelesen. Grundsätzlich kann eine Gewerkschaft nur für ihre Mitglieder verhandeln. Und wie dort die Mehrheitsverhältnisse sind, war am 7. November auf den Nachdenkseiten zu lesen (...). Und eben diese Mehrheiten machen klar, wieso die Bahn so auf diesen Punkt pocht.

Wenn Ihr Informationen von dpa übernehmt, wäre es durchaus angebracht, marktradikale Meinungsmache rauszufiltern. Denn die Unterstellung, der GDL ginge es nicht um Tarifverhandlungen, sondern um die Vertretung des »gesamten«  Zugpersonals, ist Bestandteil der medialen Kampagne zur Schwächung des Streikrechts.

Anzeige

Jürgen Falkenstein, Schulung und Beratung von Betriebsräten, Göppingen

 

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 13.11.2014, Seite 14, Leserbriefe

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!