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Heiliger Bezirk

Zu jW vom 1./2. November: »Großeinsatz am Tempelberg«

Auch Begriffe, immer wiederholt, schaffen eine Realität, ungewollt oder gewollt? Fachlich seit über 30 Jahren mit Israel/Palästina und speziell dem Aspekt Raumplanung und Siedlungspolitik, besser Kolonisierung, beschäftigt, möchte ich anmerken, dass der Begriff Tempelberg für den »Heiligen Bezirk« in Jerusalem die nur jüdische Bedeutung dieses besonderen Ortes herausstellt und zur  »Eigentumsfrage« beiträgt, also die Kolonisierungsziele untermauert. Er untermauert auch die Endzeithoffnungen der Zionistischen Christen und evangelikalen Christen, die die Reinigung des Bezirks, der Stadt, von den Muslimen und die Errichtung des dritten »Tempels« anstelle dessen, was dort heute steht, von Israel fordern, fördern, erwarten.
Im arabischen Haram Al-Sharif, etwa das achtbare, ehrenhafte Heiligtum, im jüdischen Har ha Bayit, der Berg des Hauses oder Har ha Moria, hat mehrere Deutungen, z.B der Berg des Opfers und Ort der Mariengeburt für frühe Christen. Würde es nicht reichen, vom »Heiligen Bezirk« in der Altstadt Jerusalems zu reden?
Viktoria Waltz, per E-Mail

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.11.2014, Seite 14, Leserbriefe

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