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Luxusproblem

Zu jW vom 27. Oktober: »Was Wissen schafft«
Leider muss ich in der jW immer häufiger den diskriminierenden und verleumderischen Gebrauch der Wörter »Autismus« und »autistisch« konstatieren. Wenn es keine Steigerung mehr gibt, muss anscheinend »autistisch« herhalten. Zigeuner, Neger, Jude, Spasti - geht nicht mehr. Also Autisten. Herr Droste wollte damit beispielsweise rücksichtslose Lärmproduzenten kennzeichnen - dabei ist der große Teil der Autisten selbst extrem lärmempfindlich, und zwar so stark, dass sich Herrn Drostes Genervtheit daneben als Luxusproblem ausnimmt.

Herr Mellenthin meinte, eine besonders hemmungslose und rücksichtslose politische Aggression als autistisch kennzeichnen zu müssen, wohl in gänzlicher Unkenntnis dessen, was das Wort »Autist« bedeutet. Jana Frielinghaus setzt nun im Nachschlag noch einen drauf und bringt gleich Amokläufer in Verbindung mit Autisten. (...) Der Verein Autismus e.V. hat jüngst eine kleine Studie gemacht, in der die Verwendung von »autistisch« etc. in diskriminierender und denunziatorischer Weise dokumentiert wird. (...)
Manfred Nabinger, per E-Mail

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.11.2014, Seite 14, Leserbriefe

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