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Aus: Ausgabe vom 09.10.2014, Seite 11 / Feuilleton

Cukurs

Ein Musical über das Leben des lettischen Naziverbrechers Herberts Cukurs hat beim Simon-Wiesenthal-Zentrum scharfe Kritik ausgelöst. »Das Theaterstück ist ein schamloser Versuch, das Bild eines der berüchtigtsten Massenmörder der Juden im Baltikum während des Holocaust zu rehabilitieren«, schrieb Efraim Zuroff, der Direktor des Zentrums. Das Musical »Cukurs. Herberts Cukurs« soll erstmals am 11. Oktober in Liepaja aufgeführt werden. Produzent Juris Millers sagte, man beabsichtige damit, »eine Diskussion in Wissenschaft und Politik« auslösen zu wollen, wie Cukurs zu »bewerten« sei. Cukurs gilt als lettischer Volksheld, weil er in den 1930er Jahren als tollkühner Pilot unterwegs war, unter anderem flog er mit einem selbstgebauten Flugzeug von Riga bis ins afrikanische Gambia. Unter der deutschen Besatzung war er Mitglied eines Kommandos lettischer Kollaborateure und verantwortlich für den Tod Zehntausender Juden. Nach dem Krieg tauchte er unter und wurde 1965 vom israelischen Geheimdienst in Uruguay aufgespürt und getötet. (dpa/jW)

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