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27.09.2014
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Wildwest im Weltraum
In seinem 2012 erschienenen Buch »Überfluß. Die Zukunft ist besser, als Sie denken« schildert Diamandis, was ihn dazu motivierte, die Weltraumfahrt in die eigene Hand zu nehmen: »Seitdem ich ein kleines Kind war, träumte ich von dem Tag, ab dem jeder ganz normal ein Ticket für einen Flug ins All erwerben kann. Geduldig wartete ich Jahr um Jahr darauf, daß die NASA das eines Tages möglich machen würde. Aber 30 Jahre später war mir klar, daß das gar nicht ihr Ziel war – daß sie dafür auch gar nicht zuständig war. Die Öffentlichkeit in den Weltraum zu transportieren, war unser Job, nein mein Job.«
Die NASA half Diamandis aber bei der Gründung der Singularity University. Im Jahr 2008 habe er mit Simon »Pete« Worden gesprochen, einem Luftwaffenoffizier im Ruhestand, der das Nationale Zentrum für Weltraumforschung der NASA in Mountain View leitet. Binnen kurzem hätten er und sein Mitstreiter Ray Kurzweil dort den passenden Ort für ihre »Universität« gefunden. An der Gründungsveranstaltung nahmen noch im gleichen Jahr Vertreter der NASA ebenso teil wie Forscher aus Stanford, Berkeley und weiteren Universitäten sowie Vorstandsmitglieder der Unternehmen Google, Autodesk, Microsoft, Cisco und Intel. Springer-Geschäftsführer Christoph Keese schreibt in seinem Buch »Silicon Valley« über die sich vor allem an Manager richtende Einrichtung, sie sei »Esoterik-Institut, Heimstatt für Grenzwissenschaften, Labor für das ewige Leben und Wegbereiter für einen totalitären Staat«.
Google steckte auch Geld in das von Diamandis gegründete Weltraumunternehmen Planetary Resources. Das Bergbauunternehmen will mit Hilfe von Robotern rohstoffreiche Asteroiden ausbeuten. 2022 soll es soweit sein. Eric Schmidt, der Verwaltungsratschef von Google, verglich das Vorhaben mit der Eroberung des Wilden Westens. Es sei wichtig, neue Rohstoffquellen zum Nutzen der Menschheit zu erschließen, erklärte er anläßlich der Vorstellung des Projekts im Jahr 2012.
(thw)
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