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Aus: Ausgabe vom 12.08.2014, Seite 12 / Feuilleton

Gegen Amazon

Mehr als 900 Autoren protestierten am Wochenende mit einem offenen Brief gegen die Methoden des Online-Versandhändlers Amazon. Die Schriftsteller, darunter berühmte Autoren wie Stephen King (Foto) oder John Grisham, verurteilten das Vorgehen von Amazon im Streit um E-Book-Preise scharf. »Weder Leser noch Autoren profitieren davon, daß Bücher als Geiseln genommen werden«, schrieben sie. Zugleich betonten die Autoren, daß sie in dem eigentlichen Streit zwischen Amazon und der Verlagsgruppe Hachette keine Partei ergreifen wollten. Gedruckte Bücher von Hachette hatten in den USA zum Teil sehr lange Lieferzeiten gehabt. In einem offen Brief gab das »Amazon Buchteam« nun zu, Maßnahmen ergriffen zu haben, um den Verkauf der Titel des Verlagshauses »in unserem Store zu reduzieren«.

Unter den Unterzeichnern des von Douglas Preston verfaßten Protestbriefs sind bekannte Autoren wie David Baldacci, Lincoln Child oder Suzanne Collins. Sie riefen die Leser auf, Amazon-Chef Jeff Bezos per E-Mail die Meinung zu sagen. Der Versandhändler verstoße gegen sein eigenes Versprechen, vor allem an die Kunden zu denken, indem der Konflikt mit Hachette auf dem Rücken der Leser ausgetragen werde.

Einen ähnlichen Streit um die Preise für E-Books gibt es auch in Deutschland. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels beschwerte sich beim Bundeskartellamt über die Geschäftspraktiken von Amazon. Der Konzern wies den Vorwurf zurück, im Zuge von Verhandlungen die Auslieferung gedruckter Bücher aus der Verlagsgruppe Bonnier (Ullstein, Piper, Carlsen) zu verzögern.


Nun setzt der Online-Versandhändler auch den Unterhaltungsriesen Disney unter Druck. Am Wochenende waren anstehende Videoneuerscheinungen wie der zweite »Captain America«-Film, »Maleficient« und der jüngste »Muppets«-Streifen in den USA nicht auf DVD oder Blu-ray vorbestellbar. Derzeit können die Disney-Filme nur für den Amazon-Streamingdienst Instant Prime Video vorbestellt werden. Eine Reaktion von Disney lag zunächst nicht vor.

(dpa/jW)

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