Zum Inhalt der Seite

Lektion 4: Faschismus

junge Welt-Bildungsurlaub 2014

Foto: jW
Lange schien er nur ein Nischendasein zu fristen, eine ferne Erinnerung zu sein. Seit aber »Rechter Sektor« und »Swoboda« auf dem Kiewer Maidan den Takt vorgaben und dafür mit hohen Staatsposten belohnt wurden, ist er wieder da – der Faschismus. Dabei war er nie weg. Nur: Wer Faschismus sagte, wurde belächelt oder bekämpft. Wer Faschismus sagte, dem machte man in der BRD den Vorwurf, er verharmlose oder relativiere. Für das deutsche Gattungsexemplar zog man dessen demagogische Selbstbezeichnung vor und sprach lieber vom »Nationalsozialismus«. »Deutscher Faschismus« – das verwies zu sehr auf das, was auch heute nicht laut ausgesprochen werden darf: Faschismus ist eine offen terroristische Herrschaftsform des Monopolkapitals. Organisationen, die seinen Interessen entgegenstehen, werden gewaltsam zerschlagen, illegalisiert und anhaltend verfolgt. Dies dient nicht nur der innenpolitischen Machtbehauptung, sondern hat in der Regel den Zweck, sich mit militärischen Mitteln eine politische Weltstellung zu verschaffen, die es erlaubt, uneingeschränkte Kapitalexpansion zu betreiben. Er ist die gewaltsame innere Formierung zum monopolkapitalistischen Griff nach der Weltmacht.
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 19.07.2014, Seite 16, Aktion

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!