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Aus: Ausgabe vom 10.06.2014, Seite 3 / Schwerpunkt

Hintergrund: Salzburg-Kronberg. Ein Reisender

Von Otto Köhler
Nahezu täglich zieht Christopher Clark seit dem Erscheinen seiner »Schlafwandler« wie ein Missionar von Stadt zu Stadt, um die Deutschen von ihrer Unschuld am Ersten Weltkrieg zu überzeugen. Nach dem Pfingstsonntag in Münster wurde er nach Weimar transportiert, um am Pfingstmontag für die, ja, Landeszentrale für Politische Bildung in der Schloßkirche von Schloß Ettersburg seine Erkenntnisse zu verbreiten.

Am Mittwoch spricht der Nimmermüde am Dr. Ignaz-Seipel-Platz 2 in Wien im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Und dann macht er mutmaßlich seinen hochverdienten Sommerurlaub.

Am 10. September aber muß Clark weitertouren, zunächst im Fünf-Sterne-Superior-Luxushotel Kronberg im Taunus inmitten eines eindrucksvollen Parks mit angrenzendem 18-Loch-Golfplatz. Dort ist für den Preußen-Fan sein legitimer Ort, dort gehört er hin – Selbstreklame: »Als Golfhotel, sowie als luxuriöses Landhotel ist dieses Fünf-Sterne-Grandhotel im Taunus bei Golfern, Gourmets und Kunstkennern gleichermaßen beliebt. Das Schloßhotel Kronberg, im Besitz des Landgrafen und der Prinzen von Hessen, ist seit 1954 ein Grand Hotel erster Güte. Im Auftrag von Viktoria Kaiserin Friedrich« – Wilhelm Zwos Mama – »erbaut und 1893 fertiggestellt, ist Schloß Friedrichshof heute eines der eindrucksvollsten deutschen Schlösser und bietet seinen Gästen lebendige Geschichte zum Anfassen. Exklusives Mobiliar und eine beeindruckende Antiquitäten- und Gemäldesammlung aus dem Privatbesitz der Mutter des letzten deutschen Kaisers vermitteln das authentische Ambiente eines Schlosses aus der Kaiserzeit.« Und das alles für nur »28,00 Euro pro Person, inklusive Sektempfang und Lesung.«

Zuvor aber unterbricht er im Juli seinen Sommerurlaub und macht – das ist für ihn »eine ganz große Ehre« – Skandal in Salzburg.

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