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Aus: Ausgabe vom 02.06.2014, Seite 13 / Feuilleton

Musik und Olfaktorik

Von Wiglaf Droste
Über Musik wird sehr und zuviel geschrieben, aber nur sehr selten, wenn überhaupt, über ihren Duft. Dabei wäre es doch wissenswert, wenn wahrscheinlich auch nicht immer unbedingt angenehm, Töne auch geruchlich zu empfinden.

Wonach röchen die Klänge von Xavier Naidu? Nach ungespülter Kitaküche am Wochenende?

Wonach die von Heinz Rudolf Kunze? Nach einem deutschen Altherrenpupu?


Wonach die von Helene Fischer? Nach einem von Bon Jovis Marketingagentur in Auftrag gegebenen Parfüm?

Wonach die von Hardrock aller Art (wenn Hardrock denn eine Art hätte)? Nach einem Braunschweiger Urinhäuschen?

Und wonach das, was ich selber mache? Nach Alabaster, selbstverständlich, ohne das Thema hier und jetzt – man sagt jetzt, glaube ich, wieder »hier und jetzt« – weiter ausbreiten zu wollen, und nach Salpeter, weil Salpeter ein so schönes Wort ist, daß man es sogar zweimal hintereinander aufschreiben kann, um dann demnächst die Formulierung »zweimal hintereinander« in all ihrer Tiefe und Breite »durchzudeklinieren«, wie man das früher einmal sagte.

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