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16.05.2014
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Oligarchische Charmeoffensive
Der von den Kiewer Machthabern in Donezk als Gouverneur eingesetzte Oligarch Sergej Taruta will an diesem Wochenende die Barrikaden in Mariupol von der Bevölkerung abbauen lassen. Alle »Spuren des Geschehenen« – des Angriffs der Nationalgarde mit bis zu 40 Toten am 9. Mai – sollten beseitigt werden. Taruta sagte nach dem ersten »Nationalen Runden Tisch« in Kiew, es hätten sich schon 1000 Freiwillige für diese Aufgabe gemeldet. Bedingung sei allerdings, daß Armee und Nationalgarde sich aus der Stadt und ihrer Umgebung zurückzögen.
Taruta, ein enger Vertrauter von Rinat Achmetow, will sich bei seinem Vorschlag offenbar auf den Ordnungsdienst stützen, dessen Aufstellung dieser vor einigen Tagen angekündigt hatte. Dazu sollten Beschäftigte seiner Metallkombinate herangezogen werden. Auch Oligarch Achmetow selbst positionierte sich deutlicher auf Seite der Kiewer Machthaber. In einer Botschaft, die er dem »Runden Tisch« zukommen ließ und gleichzeitig veröffentlichte, warnte er vor den Konsequenzen einer Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Luhansk für die regionale Wirtschaft. Sie käme dann unter den Druck westlicher Sanktionen und werde ihre Produkte nicht mehr absetzen können. In einer vereinten Ukraine werde das Donbass »glücklich« sein, sofern die Verfassung des Landes in Richtung Bundesstaat verändert werde. Achmetow dachte dabei offenkundig an seine eigenen Geschäfte mit den EU-Ländern.
Beide Oligarchen erklärten, die Mehrheit der Bevölkerung des Donbass sei nicht gegen den ukrainischen Staat, sondern nur gegen die gegenwärtigen Machthaber. Taruta deutete an, daß von der Zentralregierung ungelöste soziale Probleme für die Unterstützung der Aufständischen durch Teile der Bevölkerung mitverantwortlich seien.
(rl)
Taruta, ein enger Vertrauter von Rinat Achmetow, will sich bei seinem Vorschlag offenbar auf den Ordnungsdienst stützen, dessen Aufstellung dieser vor einigen Tagen angekündigt hatte. Dazu sollten Beschäftigte seiner Metallkombinate herangezogen werden. Auch Oligarch Achmetow selbst positionierte sich deutlicher auf Seite der Kiewer Machthaber. In einer Botschaft, die er dem »Runden Tisch« zukommen ließ und gleichzeitig veröffentlichte, warnte er vor den Konsequenzen einer Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Luhansk für die regionale Wirtschaft. Sie käme dann unter den Druck westlicher Sanktionen und werde ihre Produkte nicht mehr absetzen können. In einer vereinten Ukraine werde das Donbass »glücklich« sein, sofern die Verfassung des Landes in Richtung Bundesstaat verändert werde. Achmetow dachte dabei offenkundig an seine eigenen Geschäfte mit den EU-Ländern.
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Beide Oligarchen erklärten, die Mehrheit der Bevölkerung des Donbass sei nicht gegen den ukrainischen Staat, sondern nur gegen die gegenwärtigen Machthaber. Taruta deutete an, daß von der Zentralregierung ungelöste soziale Probleme für die Unterstützung der Aufständischen durch Teile der Bevölkerung mitverantwortlich seien.
(rl)
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