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Aus: Ausgabe vom 15.05.2014, Seite 3 / Schwerpunkt

Festredner: Arnulf Baring

Arnulf Baring, Historiker, Publizist und vor allem rechts, entwickelt sich mit seinen 82 Jahren zu einer Art Shooting-Star der »Vertriebenen«-Szene. Im August 2013 ist er als Festredner beim »Tag der Heimat« des Bundes der Vertriebenen (BdV) in Berlin aufgetreten, im September dann beim »Tag der Heimat« der CDU-Landtagsfraktion in NRW. Am Sonntag soll er die Festansprache beim Deutschlandtreffen der Landsmannschaft Ostpreußen in Kassel halten. Vor allem seine Rede im Düsseldorfer Landtag hat hohe Erwartungen geweckt.

Baring hat damals, am 10. September 2013, vieles angesprochen, auch die Sache mit dem Hitler. Der habe »uns ja wirklich sehr reingeritten«, stellte er fest: Daß die Deutschen ihren alten Osten verloren hätten, »ganz, ganz wichtige Räume in der Seelenlandschaft unseres Volkes«, das zeige, »daß das Unglück, das der Mann über uns gebracht hat, viel größer ist, als man wahrhaben will«. »Der Mann ist unmöglich gewesen«, schimpfte Baring: Wenn er »nach dem Sieg über Frankreich Schluß gemacht hätte«, dann hätten die Deutschen wohl »in keiner Weise das Gefühl des Unrechts gehabt«. Doch sei der Führer »zu solchen – wie soll ich sagen – kalkulierten Teilmaßnahmen« leider »nicht aufgelegt« gewesen. Man müsse es leider offen sagen: Hitler sei »eine Katastrophe« gewesen, »die über uns kam, weil wir in eine Ecke geraten waren, in die wir in Europa immer wieder geraten können – nämlich relativ isoliert zu sein«. Leider ließen sich die Deutschen »immer noch erpressen mit dem Hinweis auf die unvergleichlichen Verbrechen Hitlers«. Das sei »auf die Dauer aber doch unanständig«: Schließlich hätten »die Völker, die da über uns herfallen, zum Teil eine ganz andere Bilanz aufzuweisen«. Denn Deutschland habe ja »keine imperiale Tradition wie andere europäische Völker«.


Überhaupt: »Wenn Sie uns mit den anderen europäischen Völkern vergleichen, kommen wir sehr viel besser weg«, gab sich Baring im Düsseldorfer Landtag zuversichtlich. »Der Gedanke der Freiheit« beispielsweise sei in Deutschland »viel lebendiger« gewesen »als in Frankreich oder England, die als Zentralstaaten ihre Bürger viel stärker unterdrückten«. Deutschland sei in der Tat »über Jahrhunderte hinweg ein Land der Freiheit« gewesen. Auch könnten »wir ohne weiteres zugeben, daß wir nicht nur das größte, sondern in vieler Hinsicht auch das wichtigste europäische Volk sind«, rief Baring dem erfreuten Publikum zu; und noch mehr: »Wir sind nicht nur das wichtigste Volk, wir sind in vieler Hinsicht auch das friedlichste Volk Europas gewesen«. Nicht so wie die anderen, die Deutschland immer wieder mit Weltkriegen überzogen haben. Auf Barings Festansprache am Sonntag darf man getrost gespannt sein.(jk)

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