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Urteil gegen Pinar Selek am 11. Juni

Istanbul/Ankara. Rund 15 Monate nach ihrer Verurteilung wegen eines angeblichen Bombenanschlags in Istanbul hat am Mittwoch in der Türkei das Berufungsverfahren gegen die Schriftstellerin Pinar Selek begonnen. Das Kassationsgericht in Ankara vertagte die Verkündung des für den 30. April erwarteten Urteils auf den 11. Juni, wie der Sender CNN Türk berichtete. Die kritische Soziologin und Feministin wird als Bombenlegerin beschuldigt, seit es 1998 auf einem Markt in Istanbul zu einer Explosion mit sieben Toten kam (jW berichtete). Nach drei Freisprüchen war die im französischen Exil lebende Autorin im Januar 2013 in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Die heute 42jährige war nach der Explosion festgenommen, angeklagt und mehr als zwei Jahre inhaftiert worden. Gutachter kamen aber zu dem Ergebnis, daß eine Gasflasche explodiert sein muß, kein Sprengsatz.


Sollte das Kassationsgericht die Verurteilung bestätigen, will Selek nach Angaben der Schriftstellervereinigung PEN International vor das Verfassungsgericht und notfalls vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. Die Türkei forderte Frankreich im vergangenen Dezember auf, Selek auszuliefern.(dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.05.2014, Seite 15, Feminismus

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