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Hintergrund: Zehntausende im Streik

Die Demonstration der Stärke ist gelungen. Im Tarifkonflikt von Bund und Kommunen haben sich bereits an der ersten Warnstreikwelle in dieser Woche rund 110000 Beschäftigte im ganzen Bundesgebiet beteiligt. Allein am Mittwoch legten nach Gewerkschaftsangaben mehr als 40000 Beschäftigte die Arbeit nieder, um für die Forderung nach Lohnerhöhungen von monatlich 100 Euro plus 3,5 Prozent Druck zu machen.

In Baden-Württemberg zählte ver.di 10000 streikende Erzieherinnen, Bus- und Stadtbahnfahrer, Pflegekräfte, Verwaltungsangestellte, Müllwerker und andere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. In der Landeshauptstadt Stuttgart blieben alle Stadtbahnen und Busse ganztägig im Depot, in Reutlingen waren 37 der 54 Kindertagesstätten geschlossen, in Ulm alle 33. Bei einer Kundgebung auf dem Stuttgarter Schloßplatz kamen über 5000 Gewerkschafter zusammen. Zuvor hatten sie sich – wie es in Stuttgart üblich ist – zu einer zentralen Streikversammlung getroffen. Anders als sonst fand diese wegen Umbauarbeiten nicht im örtlichen DGB-Haus statt, sondern im Cine­maxX – in drei Kinosälen gleichzeitig.
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»Wir streiken, um nicht streiken zu müssen«, erklärte Leni Breymaier, Leiterin des ver.di-Landesbezirks Baden-Württemberg, auf einer Kundgebung in Reutlingen. »Wir erwarten eine anständige Lohnerhöhung. Ohne Schlichtung. Und ohne unbefristeten Streik.« Der Ball liege nun im Feld der Arbeitgeber.

Streikschwerpunkte waren am Mittwoch neben Baden-Württemberg und Südhessen die Region Hannover sowie Bayern, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Berlin-Brandenburg. Ver.di-Chef Frank Bsirske nannte die Aktionen »ein deutliches Signal der Kolleginnen und Kollegen an die Arbeitgeber, daß sie mehr Bewegung in den Verhandlungen erwarten«. Nun müßten die Vertreter von Bund und Kommunen bei den Gesprächen, die am heutigen Donnerstag in Potsdam fortgesetzt werden, ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. (dab)
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Erschienen in der Ausgabe vom 20.03.2014, Seite 3, Schwerpunkt

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