Aus: Ausgabe vom 26.02.2014, Seite 3 / Schwerpunkt

Deutschlands willige Helfer

Nach Monaten verdeckter Koordination mit ukrainischen Faschisten hat sich das Auswärtige Amt nun offen zu seiner Kooperation mit der Swoboda-Partei bekannt: Das Ministerium zeigt auf seiner Website ein Foto, das deren Führer Oleg Tjagnibok bei Verhandlungen mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier in den Räumen der deutschen Botschaft in Kiew zeigt. Nach dem Treffen verbreiteten Agenturen Fotos, auf denen Steinmeier demonstrativ neben Tjagnibok posiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mittlerweile Julia Timoschenko ausdrücklich aufgerufen, die »Einheit« der einstigen Opposition zu wahren – soll heißen: das Bündnis ihres Parteienblocks mit Witali Klitschkos »Udar« und Swoboda. Warnungen, Berlin trage damit dazu bei, die ukrainischen Faschisten aufzuwerten und zu stärken, werden systematisch ignoriert.

Dabei wäre es nicht das erste Mal, daß reaktionäre Kräfte, mit denen die Bundesrepublik im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind paktiert, unkontrollierbar werden. Man kennt das bereits aus dem Afghanistan der 1980er Jahre: Die Mudschaheddin, die Bonn an der Seite Washingtons stützte, um der Sowjetunion zu schaden, brachten immerhin einen Osama bin Laden hervor. Daß von dem Krieg gegen den mißliebigen syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad, den Berlin seit 2011 politisch befeuert, ebenfalls Salafisten profitieren, ist hinlänglich bekannt. Die Ustascha-Kräfte, die in der Bundesrepublik überwintern konnten und Anfang der 1990er Jahre im Krieg gegen Belgrad nützlich waren, haben in Kroatien einen krassen Nationalismus gefördert, der regelmäßig Zehntausende begeisterte Fans zu Konzerten des Ustascha-Verherrlichers Marko Perkovic (»Thompson«) strömen läßt. Die Mafia-Clique UCK hat sich nach ihrer Inthronisierung in Pristina in einer Weise um das Kosovo verdient gemacht, über die Berichte von Menschenrechtsorganisationen nachdrücklich Auskunft geben. Man wird sehen, wohin die deutsche Nutzung ukrainischer Faschisten zu Janukowitschs Sturz die Ukraine letztlich führen wird. (jk)

Der richtige Begleiter für den Sommer im Marx-Jahr!

Unser Aktionsabo der gedruckten Ausgabe (62 Euro statt 115,20 Euro): Sechs Tage in der Woche, mit vielen Hintergründen und Analysen, mit thematischen Beilagen und am Wochenende acht Seiten extra. Das Abo endet nach drei Monaten automatisch. Als Zugabe gibt es das Buch »Marx to go« aus dem Verlag Neues Leben.

Mehr aus: Schwerpunkt