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Himmel intern

Die Insolvenz-Anmeldung stinkt zum Himmel«, sagte der Augsburger ver.di-Sprecher Thomas Gürlebeck am Samstag abend über einen entsprechenden Antrag des katholischen Weltbild-Verlags vom Freitag. Die Verlagsgruppe gehört der Amtskirche (den zwölf Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der katholischen Soldatenseelsorge in Berlin). Den Geldhahn haben die Bischöfe zugedreht. Ein Verstoß gegen die katholische Soziallehre, wie Gürlebeck mit Verweis auf die mehr als 6000 Beschäftigten erklärte. Allein am Stammsitz in Augsburg bangten rund 2200 Mitarbeiter um die Zukunft. Die Umwandlung der Gruppe in eine Stiftung ist nach Einschätzung der Laienbewegung »Wir sind Kirche« an internen Differenzen zwischen den Gesellschaftern gescheitert. Sprecher Christian Weisner bedauerte das am Samstag abend gegenüber dpa. Das Unternehmen hätte mit seinem 20-Prozent-Anteil am deutschen Buchmarkt »ein positives Gegenmodell zu rein profitorientierten und ausbeuterischen Geschäftsmodellen bieten können«. (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.01.2014, Seite 12, Feuilleton

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