Zum Inhalt der Seite

Frage der Zeit

Wann ein Supercomputer auf Grundlage der Quantenmechanik einsatzfähig wäre und beispielsweise zum Knacken der heutigen Nachrichtencodes verwendet werden könnte, darüber ist sich die Fachwelt uneinig. Noch vor zehn Jahren, heißt es in der Washington Post, hätten einige Experten von zehn bis 100 Jahren gesprochen. Heute sagt der Physiker Michael Marthaler vom Institut für Festkörperphysik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gegenüber dem Internetportal der Deutschen Welle, er halte es für sehr unwahrscheinlich, »daß zeitnah ein Quantencomputer gebaut wird, der kryptographisch nutzbar ist«. Die langfristigen Forschungen seien für die nächsten 20 bis 30 Jahre ausgelegt. Seth Lloyd dagegen, Professor für Quantenmechanik am Massachusetts Institute for Technology (MIT), äußerte gegenüber der Washington Post, es würde noch wenigstens fünf Jahre dauern. Auch der Wissenschaftsjournalist Ralf Krauter geht von fünf bis zehn Jahren aus. Zwar sei der universelle Quantencomputer als veritabler Code-Knacker vorerst noch Zukunftsmusik. »Aber es ist eben klar, wenn es ihn denn dann mal gibt, dann bricht wirklich eine neue Ära an, in der kaum noch ein heute verwendetes Verschlüsselungsverfahren sicher sein wird. Und der Anbruch dieser Ära, der ist jetzt eigentlich nur noch eine Frage der Zeit.« (thw)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 08.01.2014, Seite 3, Schwerpunkt

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!