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Wir Frauen analysiert die Liebe

Von Anna Schiff
Düsseldorf. Sigmund Freud sah in ihr ein Kulturprodukt, das er der Sexualität als Trieb gegenüberstellte. Max Weber begriff sie als Konkurrenz zur Religion, und für Georg Simmel ist Liebe unbestimmt in Ziel und Zweck und, im Gegensatz zur christlichen Nächstenliebe, nicht primär darauf ausgelegt, dem/der anderen in Not zu helfen. Was aber sagen die Frauen zur Liebe? Damit beschäftigen sich die Autorinnen der gerade erschienenen Winterausgabe der Zeitschrift Wir Frauen.

Für die kanadische Feministin Shulamith Firestone (1947–2012) ist die Liebe ein Problem: Sie sei von Nutzen, aber nicht zu dem der Frauen, die sich selbst und ihre Lebensziele ihr unterordnen. Jenseits akademischer Diskurse hat die Liebe Dauerkonjunktur: Kein Valentinstag ohne den Hinweis, daß man das schönste aller Gefühle unmöglich ohne das Schenken teurer Kosmetika zelebrieren kann. Liebe ist Konsum. Liebe ist Trash. Und doch: Was könnte revolutionärer sein als zwei Herzen, die für einander schlagen?
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In Wir Frauen schreibt Isolde Aigner über Liebesweisen jenseits der Paarbeziehung und empfiehlt Solidarität – mit anderen und uns selbst. Rebekka Dorn fragt in ihrem Beitrag »Nachdenken über den Beziehungsstatus«, warum persönliche Verhältnisse zwischen Menschen überhaupt klassifiziert werden müssen. Florence Hervé sprach mit Kathi Diamant, die die Biographie von Dora Diamant, Kafkas letzter Liebe, geschrieben hat (siehe auch jW vom 29.11.). Und Katharina Volk erinnert an Alexandra Kollontais Nachdenken über Liebe als »Besitzverhältnis«.
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.12.2013, Seite 15, Feminismus

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