Zum Inhalt der Seite

Protestaktion in Düsseldorf

Düsseldorf. Aktivistinnen des Frauenverbandes »Courage« haben am Donnerstag vor dem Düsseldorfer Landtag gegen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit für die Organisation protestiert. Sie wollten im Rahmen der Aktion der Landesregierung von SPD und Grünen 1600 Unterschriften und knapp 100 Protesterklärungen gegen die Maßnahme übergeben.

Das Finanzamt Wuppertal hatte »Courage« im Dezember 2012 die Gemeinnützigkeit rückwirkend ab 2010 entzogen. Begründung: Der Verein sei im Verfassungsschutzbericht 2010 als Organisation erwähnt worden, »bei der es belegbare Hinweise für eine Einstufung als extremistische Vereinigung gibt«, weshalb er laut Abgabenordnung nicht gemeinnützig sein könne. In dem Bericht war der Verband als »Vorfeldorganisation« der MLPD bezeichnet worden.


NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ließ den Courage-Frauen in Antwort auf einen offenen Brief mitteilen, es handele sich um eine »verwaltungsrechtliche Angelegenheit«, auf die sie keinen Einfluß nehmen könne. Politiker von SPD, Grünen, Linkspartei, Piraten, DKP und MLPD haben sich gegen die Diskriminierung des Verbandes und gegen die »Extremismusklausel« im Jahressteuergesetz 2013 gewandt. (jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 27.09.2013, Seite 15, Feminismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!