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Romantische Ironie

Wenn der Schmelz, der zerbirst, romantisch ist, handelt es sich um romantische Ironie. Eine Spezialität des Dichters Heinrich Heine, der die Sonne wie folgt beschrieb: »Da vorne geht sie unter, und kehrt von hinten zurück.« Spezialisiert auf romantische Ironie ist auch die nur aus Männern bestehende Truppe Les Ballets Trockadero de Monte Carlo. Die New Yorker tingeln durch Deutschland: von »Schwanensee« bis »Paquita« parodieren sie das klassisch-russische Ballett. Held Siegfried muß da seine blonde Monroe-Perücke festhalten, die Ballerinen landen unsanft, zudem haben sie Brusthaar satt. Und man lacht, weil riesige Männerfüße in Spitzenschuhen komisch bis verwirrend wirken. Travestie-Effekte in Kostümen, die das Wort »Show« ebenso verdienen wie das Wort »Klamauk«. Was im Ballett schiefgehen kann, geht schief – absichtlich. Aber Bravour-Passagen klappen: Insofern wird man an die Präzisionsballerina der Gegenwart, Svetlana Zakharova, erinnert. Allerdings erschlägt ein allzu williges Publikum mit stetem Bejubeln nicht nur der Kunststücke, etwa der seriellen Pirouetten, die Stimmung. Dann kann solche Komödie vorzüglich traurig stimmen. (gis)

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.08.2013, Seite 12, Feuilleton

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