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Aus: Ausgabe vom 06.07.2013, Seite 12 / Feuilleton

Faire Kleinkinder

Schon Fünfjährige handeln nach dem Prinzip der Gerechtigkeit. Das geht aus einer psychologischen Studie hervor, von der die österreichische Zeitschrift soziologie heute in ihrer Juni-Ausgabe berichtet. Demnach haben Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München herausgefunden, daß bereits Kinder dieser Altersgruppe beim Teilen sowohl auf die Bedürftigkeit anderer als auch darauf achteten, wer in einer Gruppe wieviel habe. »Unsere Studie belegt erstmals, daß Vorschulkinder nicht nur eine dritte Person berücksichtigen, wenn es darum geht, mit einem anderen zu teilen. Sie achten dabei auch auf eine gerechte Verteilung. Der Fairneß-Gedanke entwickelt sich bereits in diesem Alter sehr stark«, zitiert die Zeitschrift den Psychologen Markus Paul. In seiner Studie befanden sich jeweils dreieinhalb- und fünfjährige Kinder in einer Dreipersonen-Situation, in der Spielzeug ungleich verteilt wurde. Ein Kind erhielt etwas Spielzeug, ein weiteres ganz viel und das dritte gar nichts. »Der arme Mitspieler bat nun das Kind darum, ihm etwas von seinen Spielsachen abzugeben. Die Kinder reagierten je nach Alter unterschiedlich. Dreijährige Kinder gaben etwas ab, ohne auf den dritten reichen Mitspieler zu achten. Die Fünfjährigen dagegen teilten nicht nur selbst, sondern forderten auch den reichen Dritten auf, der mehr besaß als sie selbst, dem armen Mitspieler etwas abzugeben.« (jW)

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