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Schauspielhaus geschlossen

In Wuppertal ist unter Zuschauerprotesten das Schauspielhaus geschlossen worden. Am Sonntag abend gab das Ensemble die letzte Vorstellung. Seit Montag steht das sanierungsbedürftige Gebäude aus den 60er Jahren endgültig leer. Zum Abschied warf Intendant Christian von Treskow der Lokalpolitik vor, dem Theater die Daseinsberechtigung abgesprochen zu haben. Besucher und Schauspieler brachten ihren Unmut über die Schließung vor Beginn des kapitalismuskritischen Stücks »Eine Billion Dollar« lautstark zum Ausdruck. Die Rede des Wuppertaler Kulturdezernenten Matthias Nocke (CDU) ging in Protestrufen unter. »Es geht um das Gebäude, nicht um das Theater«, sagte Nocke später der dpa. Seit 2009 durfte nur noch das Foyer bespielt werden. 2010 hatte es eine bundesweit beachtete Protestwelle gegen die Schließung des Hauses gegeben. Was mit dem Gebäude geschieht, ist ungewiß. Ein Abriß wird von den Politikern nicht ausgeschlossen. Für die geschrumpfte Theatertruppe soll ab Sommer 2014 eine kleine Spielstätte mit rund 160 Plätzen in einer ehemaligen Lagerhalle bereitstehen. ­Treskow erinnerte daran, daß die Wuppertaler Choreographin Pina Bausch »jahrelang ihre schützende Hand über dieses Gebäude gehalten« habe – »kein halbes Jahr nach ihrem Tod« sei Ende 2009 das Aus der Spielstätte verkündet worden. (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.07.2013, Seite 12, Feuilleton

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