Zum Inhalt der Seite

Befreiung

Zur Erinnerung an die im Thüringer Städtchen Greiz umgekommenen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen wurde 1971 an einem Parkeingang das Denkmal »Befreiung« des Berliner Bildhauers Jürgen Raue eingeweiht. Als im Landkreis Greiz 2007 die Bundesgartenschau stattfand, wurde das Denkmal symbolisch beerdigt – die Stadt verbannte es auf einen verwilderten Friedhof. Hierüber hat Peter Michel in dieser Zeitung und in seinem kürzlich erschienen Buch »Kulturnation Deutschland? Streitschrift wider die modernen Vandalen« geschrieben. Zusammen mit dem Arbeitskreis »Kultur« der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde (GBM) setzte er sich seit Jahren dafür ein, daß eine kleine Ausgabe des Denkmals, eine sogenannte Zwischengröße, die in sechs Einzelteilen zerlegt im Kunstarchiv Beeskow lagerte, öffentlich aufgestellt wird.

Diese Zwischengröße war ursprünglich ein Geschenk der DDR an das Museum der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, dort verschwand sie aber schon 1989 im Depot und wurde dann später nach Beeskow transportiert. Am vergangenen Mittwoch, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, wurde sie nun in Potsdam in restaurierter Form neu aufgestellt – auf dem Gelände des Jugendzentrums »freiLand«, auf dem sich bis 1945 ein Teil der Arado-Flugzeugwerke befunden hatte, für deren Rüstungsproduktion zahlreiche Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden. Hieran erinnerte Heinrich Fink, Vorsitzender der VVN-BdA, in seiner Rede vor 200 Anwesenden bei der Wiedereinweihung dieses Denkmals. (jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 13.05.2013, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!