-
03.05.2013
- → Feuilleton
Lutz Schulenburg gestorben
Lutz Schulenburg, Mitgründer des Hamburger Verlags Edition Nautilus ist tot. Er starb am Mittwoch nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 60 Jahren.
Als Kind einer Hamburger Arbeiterfamilie war er bereits mit 14 Jahren aktiv in einer sozialistischen Schüler- und APO-Gruppe und schloß sich dann der anarchistischen Bewegung an. Die Schule brach er ab, ebenso eine Lehre als Dekorateur, die Gewerkschaft schmiß ihn raus. 1971 gründete er mit Pierre Gallissaires die Theorie-Zeitschrift MAD (später umbenannt in Revolte!). 1972 begann das Trio Schulenburg, Gallissaires und Hanna Mittelstädt mit der Buchproduktion, am 1. April 1974 wurde ein Gewerbeschein beantragt für den MAD-Verlag, der 1976 aus juristischen Gründen in Edition Nautilus umbenannt wurde. Seit 1981 gab Schulenburg die politisch-literarische Zeitschrift Die Aktion heraus, benannt nach dem links-expressionistischen Magazin von Franz Pfemfert, in dem auch Franz Jung in den zehner und zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts veröffentlichte. Von Jung erschien in der Edition Nautilus das Gesamtwerk, wie auch in der »Kleinen Bücherei für Hand und Kopf« klassische, aber fast vergessene Texte der Surrealisten, Dadaisten und Situationisten neu aufgelegt wurden. Zählt man noch die Zapatisten und Subrealisten hinzu, hat man eine ungefähre Ahnung, wofür sich Schulenburg alles interessierte. Ein ausführlicher Nachruf folgt. (jW)
Als Kind einer Hamburger Arbeiterfamilie war er bereits mit 14 Jahren aktiv in einer sozialistischen Schüler- und APO-Gruppe und schloß sich dann der anarchistischen Bewegung an. Die Schule brach er ab, ebenso eine Lehre als Dekorateur, die Gewerkschaft schmiß ihn raus. 1971 gründete er mit Pierre Gallissaires die Theorie-Zeitschrift MAD (später umbenannt in Revolte!). 1972 begann das Trio Schulenburg, Gallissaires und Hanna Mittelstädt mit der Buchproduktion, am 1. April 1974 wurde ein Gewerbeschein beantragt für den MAD-Verlag, der 1976 aus juristischen Gründen in Edition Nautilus umbenannt wurde. Seit 1981 gab Schulenburg die politisch-literarische Zeitschrift Die Aktion heraus, benannt nach dem links-expressionistischen Magazin von Franz Pfemfert, in dem auch Franz Jung in den zehner und zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts veröffentlichte. Von Jung erschien in der Edition Nautilus das Gesamtwerk, wie auch in der »Kleinen Bücherei für Hand und Kopf« klassische, aber fast vergessene Texte der Surrealisten, Dadaisten und Situationisten neu aufgelegt wurden. Zählt man noch die Zapatisten und Subrealisten hinzu, hat man eine ungefähre Ahnung, wofür sich Schulenburg alles interessierte. Ein ausführlicher Nachruf folgt. (jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton
