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Leider Streik?

In der Jahrespressekonferenz der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) am Dienstag beklagte ihr Geschäftsführer Gerald Mertens die Tarifsituation der Kommunal- und Staatsorchester. Nach wie vor schwelt zwischen der DOV als Gewerkschaft und dem Arbeitgeberverband Deutscher Bühnenverein (DBV) ein Rechtsstreit vor dem Bundesarbeitsgericht. In dem 2009 abgeschlossenen Tarifvertrag TVK hat sich die Gewerkschaft auf eine Klausel eingelassen, wonach die Tarife der Orchester der Tariferhöhung im öffentlichen Dienst angepaßt werden, aber mit dem Wörtchen »sinngemäß« – ein trügerischer Kompromiß. Denn der DBV legt die Klausel zum Nachteil der Musiker aus und gibt entsprechende Empfehlungen an die Intendanten. Nun soll ein Gericht entscheiden, was im Vertragswerk nicht eindeutig ausgehandelt wurde.

Für rund 100 Orchester gibt es seit dem 1. Januar 2010 keinen gültigen Vergütungstarifvertrag. Infolge von Tariferhöhungen würden die Orchester ab 1. August 2013 um 8,8 Prozent hinter dem öffentlichen Dienst zurück liegen, mahnte Mertens. Die einzige Alternative zum Rechtsweg sei »leider« ein flächendeckender Arbeitskampf. Mit 90 Prozent Organisationsgrad der Orchester könnte die DOV eine hohe Schlagkraft entwickeln. Das freilich verlangt eine kompromißlose Mobilisierung aller Orchester durch die DOV. (ssch)
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Erschienen in der Ausgabe vom 31.01.2013, Seite 12, Feuilleton

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